Wohnmobil-Tour
 
Deutschland - Belgien - Frankreich - Luxemburg
 
 
     
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Vielleicht zu einer der besten Zeiten sind wir mit dem Wohnmobil nach Frankreich gefahren, Ende Mai/Anfang Juni. Es ist unsere erste, aber nicht die letzte Wohnmobiltour die wir machen...
   
1. Tag -
Bergkamen-Rünthe
 

533 km liegen hinter uns, als wir den Stellplatz Bergkamen-Rünthe, am Yachthafen, erreichen. Dank unseres Navigationsgerätes und ein bissl Suchen in diesem, haben wir den Stellplatz gefunden. Denn ausgeschildert ist er nicht. Wir parken auf der Wiese, Strom ist da... Ich gehe schnell zum Hotel, um Kleingeld einzutauschen. Und was wird mir dort mitgeteilt: heute ist der Stellplatz erst eröffnet und wir sind damit die ersten auf diesem Stellplatz. Toll. Wir machen noch einen Spaziergang durch das Marina-Gelände.

Kosten:
€ 5,00/24 Stunden,
€ 0,50/ca. 4 Std. Strom (je nach Verbrauch),
€ 1,00/Versorgung.

Stellplatz Bergkamen-Rünthe

   
  2. Tag -
Bergkamen-Rünthe - Saint-Valery-en-Caux (FRA) - 685km

Saint-Valery-en-Caux

Saint-Valery-en-Caux

Wir fahren entspannt weiter Richtung Westen. Passieren bei Venlo die deutsch-niederländische Grenze. Die Fahrt wird lockerer, die Verkehrsdichte nimmt langsam ab. Nach einer Weile fahren wir bereits in Belgien. Toll dieses Europa. Passieren Antwerpen. Langsam kommen wir der französischen Grenze näher. Lille ist die erste große Stadt in Frankreich, die wir sehen. Immer näher kommen wir unseren Ziel des Tages.

Unser Dieseltank wird immer leerer. Irgendwo auf der N 25 wird es “eng”. Wir stoppen, um zu tanken. Es ist Sonntag, Pfingstsonntag, Feiertag. Keine Tankstelle mit Personal, nur Automaten. Okay, VISA, MASTERCARD und Maestro habe wir dabei, nur der Automat will sie nicht. Nächste Tankstelle, das gleiche Problem. Ein Franzose schaut, ich mache ihm klar, dass unsere Karten nicht gehen. Er versucht selber zu tanken, auch bei ihm funktioniert nix. Toll. Der Bordcomputer zeigt noch eine Reichweite von 70 km an. “Navi” raus. Wir finden, abseits unserer geplanten Strecke, eine Tankstelle von “Total”. 35 km fahren wir weiter. Schweißperlen bilden sich. Ist das eine Tankstelle mit Personal. Die Total-Tankstelle taucht in der etwas größeren Stadt auf und, es gibt einen Shop. Wir sind gerettet.

Wir meiden Mautstrecken und das geht, wieder erwarten, problemlos. Vorbei an Dieppe erreichen wir gegen 19.30 Uhr Saint-Valery-en-Caux. Vor unserer Abfahrt hatten wir recherchiert, dass dort ein toller Stellplatz direkt am Meer sein soll. Wir suchen diesen, fahren die letzten 400m auf einer echt schmalen Straße (rechts das Meer, links Häuser - hoffentlich kommt niemand entgegen) zum Leuchtturm. Und was sehen wir, einen richtig vollen Stellplatz. Das war's dann. Selbst wenn dort noch ein Platz frei wäre, nein, mit nicht einmal einem Meter Abstand zum Nachbarn wollen wir uns dort nicht hinstellen.

Bei der Anfahrt zum Stellplatz haben wir auch einen Zeltplatz entdeckt. Wir fahren zurück, um mal zu sehen, ob auf dem Zeltplatz für uns Platz ist. Steil ist die Auffahrt und ohne genau auf die Schilder zu achten kommen wir an. Später haben wir gesehen, dass, wenn wir nach 21.00 Uhr angekommen wären, wir vor verschlossener Schranke an einer steilen Auffahrt ohne Wendemöglichkeit gestanden hätten und das mit dem 6,50m-langen Wohnmobil (das stand auf dem Schild). Die Rezeption hat noch offen, unser Glück. Denn eigentlich sollte wohl schon gegen 19.00 Uhr der Mitarbeiter Feierabend machen. Viel Platz ist auf dem Camping Falaise d'Amont, einem Campingplatz der Gemeinde. An jedem Stellplatz ist Stromanschluss. Perfekt: super Blick vom auf der Klippe befindlichen Campingplatz auf die Stadt, das Meer und auf den übervollen Stellplatz am Leuchtturm ;-).

Kosten:
€ 8,95/24 Stunden inkl. aller Personen/Hund/WC/Dusche/Strom.

   
 
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3. Tag -
Saint-Valery-en-Caux (FRA) - Honfleur (FRA) - 142km
 

Der Tag beginnt mit dem Frühstück inkl. Meerblick. Wir machen einen Spaziergang in die Hafenstadt. Mitten an der Alabasterküste liegt diese schöne Stadt. 120 km lang ist die Steilküste der Normandie. Interessant wirkt diese vom Kai Saint-Valery-en-Caux's. Überrascht sind wir schliesslich von der Farbgebung des Wassers im Yachthafen.

Wir sitzen wieder im Wohnmobil und fahren weiter nach Westen. Entlang der Küste fahren wir an Fecamp vorbei und erreichen unseren Halt: Etretat. Einen Parkplatz für das Wohnmobil finden wir gegenüber dem örtlichen Zeltplatz (d.h. dem Hinweis für Bus-Parkplatz folgen, aber dann daran vorbei fahren). Ca. 1,5 km zu Fuß gehen wir bei nicht so tollem Wetter Richtung Küste. Gut das es nicht regnet. Die ersten Cidre-Läden und Crepes-Stände kommen in Sichtweite. 1.600 Menschen leben in diesem Ort direkt am Ärmelkanal. Langsam kommen wir an die Promenade. Und dann, Richtung Osten schauend, die Steilküste - toll. Nach einer Weile entdecken wir Richtung Westen unser eigentliches Ziel: Porte d'Aval - ein natürliches Felsentor mit L'Aiduille - einer Felsnadel. Was für ein Blick. Dazu das Rauschen des Meeres. Das hat sich gelohnt.

Wir wagen, trotz des starken Windes, den Aufstieg auf die Klippe. Vorbei an Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg wandern wir auf die Porte d'Aval. Wir haben Wanderschuhe an, die braucht man hier auch, glatt, steinig, anspruchsvoll ist der Weg. Manche kommen uns mit Sandalen entgegen... Dann sind wir oben. Und was sehen wir: ein zweites Felsentor: Manneporte. Wir schauen über Etretat und auf der östliche Seite thront die Notre Dame de la Garde auf der Falaise d'Amont. Dazu ein Monument und ein kleines Museum zu Ehren der Flugpioniere Charles Nungesser und Francois Coli.

Der Abstieg geht einfacher. Gut das wir warm angezogen sind. So sollten wir eine Erkältung vermeiden. Der scharfe Wind beisst im Gesicht. So durchgeschwitzt wie wir sind, wären wir leichter Bekleidung morgen sicher ans Bett gefesselt. Aber Allwetterbekleidung wird das verhindern.

Nach einem Crepes sind wir schon wieder auf der Straße. Honfleur ist nicht mehr weit. Wir wissen, dass wir über die Seine-Mündung müssen. Die größte Brücke, die Pont de Normandie soll € 5,00 für eine Überfahrt kosten. Mit einem kleinen Umweg wollen wir die Maut umgehen und steuern die Pont de Tancarville an. Uuups, was ist das: ein Mautterminal. Als auch hier, aber nicht so schlimm, wir wollen ja schliesslich rüber. € 2,40 müssen wir am Terminal bereithalten. 1.400 m spannt sich die gigantische Brücke über die Seine. Super. Und eine Höhe. Die erinnert uns etwas an die Öresund-Brücke. 50 m über der Seine befindet sich die Fahrbahn.

Richtung Norden fahrend erreichen wir den ersten Kreisverkehr in Honfleur. Wir folgen der Beschreibung aus dem “Reisemobil International - Bordatlas” (ein Empfehlung, massig Stellplätze in ganz Europa) zum Stellplatz. Bereits am beschriebenen Lidl (einfach Richtung Honfleur weiterfahren) sehen wir schräg dahinter die ersten Wohnmobile. Wir biegen gleich ab. Das war natürlich nicht die richtige Einfahrt. Aber mit der klassischen links-rechts-Kombination erreichen wir den eigentlich nächsten Kreisverkehr. Dort rechts raus und wir stehen vor diesem riesen Stellplatz. Bestimmt 100 Wohnmobile haben Platz. Uns fallen gleich die nicht gerad' einladenden Ver- und Entsorgungsstationen auf. Naja. Wir wollen ja nicht länger bleiben. Wir parken auf Asphalt, ganz am Rand des Platzes. Da ist nicht soviel los und wir haben einen Superblick auf die Pont de Normandie. Direkt am Stellplatz ist Frischwasser und Strom. Eingeparkt. Es regnet. Satellitenschüssel raus und Astra suchen. Es regnet weiter. Und kein Sender ins Sicht. Nach bestimmt einer Stunde hat ein Engländer von gegenüber ein Einsehen. Mit dem von ihm zur Verfügung gestellten Sat-Finder haben wir ein-zwei-Fix Astra gefunden. Und der Haussegen hängt auch nicht mehr schief. Mit zwei Köstritzer Schwarzbier heißt es, danke England.

Der Regen legt sich und unser Bereich auf dem Stellplatz füllt sich, jedoch nicht mit einer höheren Anzahl von Wohnmobilen, sondern mit einem Riesenwohnmobil. Neben einer Waschmaschine lukt ein Nissan Micra aus der integrierten Garage, wau. Das Wetter lädt leider nicht zu einem Abendspaziergang ein.

Kosten:
€ 7,00/24 Stunden inkl. aller Personen/Hund/VE/Strom.

Pont de Normandie

Hafen von Honfleur

Honfleur

Honfleur

Stellplatz Honfleur

   
 
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  4. Tag -
Honfleur (FRA) - Courtils (FRA) - 220km

Kloster Mont Saint-Michel

das Watt

Mont Saint-Michel

Nach dem Frühstück geht es in die bereits im 11. Jahrhundert erwähnten Hafenstadt. Knapp 8.000 Einwohner wohnen in Honfleur. Das die Stadt Künstlerzentrum war sieht man an den vielen Malern, die die Stadt auf Leinwand bannen. Courbet, Sisley, Rennoir oder auch Claude Monet weilten auch hier. Direkt an der Kaimauer spazieren wir zur Seine-Mündung. Auf der anderen Uferseite taucht Le Havre auf. Zurück geht es durch die schönen engen Gassen, vorbei an der Holzkirche St-Catherine, dem Marktplatz und dem Yachthafen. Es ist 12.00 Uhr und die Restaurants sind alle leer.

Wir packen wieder und fahren weiter, Ziel: Arromanches-les-Bains. Zwei Stellplätze sollen, nach Auskunft von www.touring24.info, dort sein. Direkt in der Stadt und an einem Open-Air-Kino. Tolles Wetter hebt die Stimmung, obwohl wir inzwischen auch mental “im Urlaub angekommen sind”. Die Fahrstrecke ab Honfleur bietet alles. Meerblick, Bergfeeling oder Flachlandaction. Immer wieder tauchen Orte und Städte am Meer auf, die in einem Tal vor einem liegen. Eine wirklich attraktive Strecke. Hinter Ranville mit einmal: Stau und eine Zugbrücke die gerade geöffnet ist. So ein Halt ist mit dem Wohnmobil ja kein Problem. Schnell gibt es einen Pudding aus dem Kühlschrank als Stärkung. Nach wenigen Kilometern erreichen wir Ouistreham. 1999 war ich bereits hier. Damals haben wir uns den Grand Bunker angesehen. Das wollten wir nun in Ruhe wiederholen. Wir parken kostenfrei im Zentrum am Hafen.

Zu Fuß geht es durch die Kleinstadt zum Museum Le Grand Bunker. € 6,00 Eintritt pro Person für drei Etage Betonbunker. Als Besucher fühlst du dich nach dem Zutritt entlang von schweren Stahltüren und Schießscharten in die Zeiten des 2. Weltkrieges zurück versetzt. Nicht nur Puppen lassen alles sehr realistisch erscheinen, auch original Einrichtungsgegenstände (von Telefonanlagen über “Petschaften” bis zu Krankenbüchern) zeugen von der Kriegs- und Belagerungszeit. Es ist komisch, vor allem wenn du Besucher in Armyklamotten mit ihren Kindern siehst, die total heiss sind, jedes Detail mit der Kamera festzuhalten. Nach dem wir im obersten Stockwerk mit einem alten Riesenzielfernrohr auf den Ärmelkanal geschaut haben, stiegen wir die drei Stockwerke wieder ab.

Wir fahren weiter. Dann sind wir im Zielort: Arromanches-les-Bains. Wir folgen den Hinweisschildern für Wohnmobile. Aber was ist das. Voll. Wenn ich zurückdenke, passen dort 10 bis 15 Wohnmobile hin. Und das ganze mit 50 cm Abstand. Nein, hier würden wir sowieso nicht bleiben. Karte raus. Zum Kino wollen wir auch nicht, die Kritiken sind nicht so, dass es wert wäre, dorthin zu fahren.

Wir entscheiden: es geht bereits Richtung Mont Saint-Michel. Neues Ziel: Courtils. Aber nicht ohne an einem ebenfalls geschichtsträchtigen Ort anzuhalten: Longues-sur-Mer. Bereits im Ort weisen Hinweisschilder auf eine der größten Batterien des Atlantikwalls, die noch erhalten sind, hin. Wir parken auf dem Parkplatz und gehen zu Fuß den Bereich ab. Gigantisch stehen vier Geschützbatterien auf einer großen Wiese. Umringt von Getreidefeldern. Unglaublich was sich hier in den Kriegsjahren abgespielt hat. Beton, überall Beton. Dicke, nein extremdicke Mauern und Decken sollten die Geschütze schützen. Das taten sie, denn nur eine ist zerstört. Weiter vorn, an der Steilküste, steht ein Befehlsbunker. Dieser nach “Star Wars” aussehende Bunker war für die Ziele der Geschütze verantwortlich. Strategisch perfekt steht er auf der Steilküste mit besten Blick auf den Ärmelkanal und den Stränden. Was für Dramen spielten sich bei der Landung ab, als links vom Bunker am Omaha-Beach (von hier aus zu sehen) die Alliierten landeten. Rechts vom Bunker sind die Hindernisse im Meer vor Arromanches-les-Bains erkennbar. Krass. Und heute kommen wir einfach hierher, in einem freien Europa. Unglaublich. Und als alte Ossis ist das noch unglaublicher...

Nach diesem Geschichtsexkurs fahren wir nach Courtils. Die Fahrt macht wirklich Spaß, weitaus weniger Fahrzeuge sind unterwegs wie in Deutschland. An der D 43, gleich hinter dem verschlafenen Ort Courtils, kommt unser Campingplatz für die nächsten zwei Nächte, “Camping Saint Michel”.

Wir machen einen Spaziergang und dabei entdecken wir den tollen Blick auf den Mont Saint-Michel, in ca. 7 km Entfernung. Da muss doch noch ein Nachtbild her. 22.30 Uhr packe ich meine Spiegelreflexkamera und gehe zu dem Punkt, wo der Blick toll war. Tja, ärgerlich, dass ich das Stativ in Deutschland vergessen habe. Mit biegen und brechen, dazu etwas zerkratzten Oberarmen wegen dem Dornenbusch, bekomme ich ein Bild hin... Die Kamera liegt auf einer Mauer eines Grundstücks, mitten in einen Busch mit Dornen. Toll. Wenn ich bereits jetzt wüsste, dass wir am nächsten Tag einen viel besseren Ort für Fotos finden...

   
 
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5. Tag - Courtils (FRA)  

Ich steh' an der Rezeption und frage, da wir es am Vorabend beim Einchecken gesehen haben, nach einem Baguette. Leider ist keins mehr übrig, denn die sind nur auf Bestellung. Toll Baguette-Service, dass hätten wir gestern wissen müssen. Egal. Wir machen uns auf die 500m Fußweg in das Dorf. Bäcker - geschlossen. Also geht es zurück, mit der Frage an der Rezeption, wo wir nun Baguette her bekommen. Antwort: gegenüber vom Bäcker ist ein Tabac. Also wieder zurück... Der Tabac stellt sich als “Tante-Emma-Laden” heraus. Hier bekommt der Kunde im Grunde genommen alles, was zum Leben in der Einöde notwendig ist. Baguette, Croissant, Zeitungen und diverse andere Artikel. Nun war das Frühstück gerettet.

Der Tag wird zum Faulenzertag. Na nicht ganz. Wir schwingen uns auf's Fahrrad, aber nicht ohne vorher nach dem besten Weg nach Mont Saint-Michel zu fragen. Zwei gibt es: entlang der D 43 - nein, das kommt für uns nicht in Frage oder über die Marsch-Wiesen, das Tor zum Betreten dieser soll in Bas-Courtils sein. Also machen wir eine Fahrradtour. Am Ende der kleinen Tour kommen wir in Bas-Courtils an und was für ein Blick über die Wiesen nach Saint-Michel. Toll. Das ist doch der Ort für Nachtaufnahmen. Gleichzeitig schauen und bläken uns tausende von Schafen an, die auf den Marsch-Wiese weiden. Jetzt begreife ich auch, warum das Tor geschlossen sein muss... Auf die Tür und zu. Wir sind auf dem Wanderweg und Weg für Mountainbiker Richtung Saint-Michel. Es geht ganz gut, nur überall Köttel. Nach 500m brechen wir die Maßnahme ab. Das geht ja garnicht. Nicht nur Millionen Schafköttel, dazu ist der Boden an vielen Stellen völlig aufgeweicht und matschig, Stellen, an denen sich die Schafe versammeln. Also weder zu Fuß noch mit dem Rad scheint dies ein geeigneter Weg nach Saint-Michel zu sein.

Am Abend mache ich mich mit der Kamera noch einmal auf zum Tor der Marsch-Wiesen zu fahren. Fotoshooting ist angesagt. 22.30 Uhr angekommen, blöken mich zwei einsame Schafe an, die haben quasi den Zug zum Stall verpasst und stehen ganz allein auf den Wiesen. Ich habe einen super Abend erwischt und einen ganz tollen Blick auf Saint-Michel.

Kosten:
€ 12,00/24 Stunden inkl. aller Personen/Hund/VE/Strom,
€ 0,20/Kurtaxe pro Person,
übrigens: Pauschalpreis mit der ACSI-CampingCard.

Mont Saint-Michel

 

 

 

Mont Saint-Michel

 

 
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  6. Tag - Courtils (FRA) - Cancale (FRA) - 62km

Mont Saint-Michel

 

 

 

 

 

Blick aufs Watt

 

 

 

 

 

Cancale

 

 

 

 

 

Cancale

Dank unser Baguette-Bestellung bekommen wir heute an der Campingplatz-Rezeption unser Frühstücksbrot. Wir brechen nach dem Frühstück auf, Richtung Cancale.

Nach ca. 8 km Fahrt erreichen wir den Damm zum Mont Saint-Michel. Es ist wirklich ein unglaubliches Gefühl diesen Berg mit dem Kloster vor sich zu sehen. Ganz allein steht das Monument im Meer, so scheint es. Rechts taucht ein riesen Parkplatz auf. Und ehe wir uns versehen, haben wir schon € 7,00 Parkgebühr bezahlt. Vielleicht hätten wir doch vorher im Ort parken sollen? Dort sind Supermärkte, Hotels und Geschäfte, sicher hätten wir dort einen günstigeren Parkplatz gefunden und hätten nur ein paar Meter laufen müssen. Wir parken und überlegen uns das Angebot, hier sogar 24 Stunden bleiben zu können. Da aber keinerlei Versorgung vorhanden ist, schlagen wir es uns gleich wieder aus dem Kopf.

Nun geht es in die kleine Stadt, 50 Einwohner leben hier noch, auf dem Mont Saint-Michel. Wir gehören nun zu den jährlich ca. 3,5 Mio Besuchern, die sich das imposante Bauwerk ansehen. Gesäumt von vielen kleinen Souvenirgeschäften und Cafe's schlängelt sich die Zufahrtsstraße oder eher Gasse ihre Bahn zum Gipfel. Vorher überschreiten wir die kleine Zugbrücke. Echtes mittelalterliches Gefühl kommt hier noch nicht auf, dafür ist alles zu konsumgeschädigt. Die ersten Japaner laufen uns fotografierend über den Weg, ob es heute noch nach Neuschwanstein für sie geht?

Das Wetter ist nicht so besonders. Immer wieder Nieselregen und es heisst Obacht beim Erklimmen des Klostergipfels über die schmierigen steinernen Treppen. Wir erhaschen die ersten Blicke auf das Watt, denn es ist Ebbe. Kleine Punkte, teilweise einzeln, teilweise in Gruppen, wie kleine Ameisen sind die Wattwanderer unterwegs.

Schon die ersten Eindrücke vom Kloster auf dem Gipfel versetzen uns in die Zeit des Films “Der Name der Rose”. Nur die Klosterkasse lässt uns wieder herunterfallen: € 8,00/Person, Audioguide € 4,00, im Angebot - zwei für € 6,00. Mit den saftigen Preise im Kopf geht es in das Kloster.

Nach der Legende erschien 708 der Erzengel Michael Aubert, dem Bischof von Avranches, mit dem Auftrag zum Bau einer Kirche auf der Felseninsel. Aber der Bischof folgte auch der mehrfach wiederholten Aufforderung nicht, bis der Engel ihm mit seinem Finger ein Loch in den Schädel brannte. Im Jahr 933 annektierten die Normannen die Halbinsel Cotentin, wodurch die Insel strategisch bedeutsam an die Grenze zur Bretagne zu liegen kam. Eine erste Kirche im vorromanischen Stil wird errichtet, und die festungsartige Insel widersteht den Raubzügen der Wikinger. 966 gründet eine Gruppe von Benediktinermönchen das Kloster. In den folgenden Jahrhunderten werden Herzöge und Könige die großartige Architektur des Klosters finanzieren. 1017 begann Abt Hildebert II. mit dem Bau der zentralen Klosteranlage, die erst 1520 fertiggestellt sein sollte. Unglaublich was damals hier gebaut wurde. Vorallem unter dem Gesichtspunkt, dass das Material nur bei Flut über die See hergebracht werden könnte.

Im 12. Jahrhundert war die Abtei Ziel großer Pilgerströme und verfügte über große Macht und Einfluss, was sich auch in der Gründung zahlreicher Tochterabteien niederschlug, so z. B. St Michael's Mount in Cornwall. Die Normandie kam zum französischen Königreich, und Philippe Auguste, König von Frankreich, ermöglichte im 13. Jahrhundert den Ausbau des Klosters im gotischen Stil (Das Gebäudeensemble La Merveille).

Der Niedergang begann mit dem Hundertjährigen Krieg. Mont Saint-Michel wurde von den Engländern von 1424 bis 1434 belagert, aber zu keinem Zeitpunkt eingenommen. Die Stadt wurde dennoch fast vollständig zerstört. Trotzdem zog das Kloster in der Mitte des 15. Jahrhunderts noch Pilger an. 1469 wurde die Abtei Sitz des neu gegründeten Ritterordens Ordre de Saint-Michel.

Zur Zeit der Französischen Revolution war das Kloster fast verlassen. Es wurde geschlossen (erst 1966 sollten die Mönche zurückkehren) und in ein Gefängnis umgewandelt, das ursprünglich für Regimegegner aus den Reihen des Klerus gedacht war. Der Berg erhielt den Namen Mont Libre, was dem Verwendungszweck zweifellos Hohn sprach. Zwischen 15 000 und 18 000 Menschen saßen hier ein, auch einige wichtige politische Häftlinge wie Raspail und Barbès, bis ab 1836 eine Bewegung um Victor Hugo sich für die Wiederherstellung des ihrer Meinung nach architektonischen Schatzes von nationalem Rang einsetzte. 1863 erfolgte die Schließung des Gefängnisses. 1874 wurde der Mont-Saint-Michel zum Denkmal (Monument historique) erklärt.

Wir steigen wieder ab. Entlang von riesigen Klostermauern und mit einem tollen Blick auf das Watt. Und hophop, wer liegt denn da? Wegen der glitschigen Treppen und trotz Markenwanderschuhen, gleite ich über die Treppen aus. Hüpfe dabei mit dem Allerwertesten noch drei Treppen abwärts. Aber nichts passiert, vor allem nicht dem Fotoapparat.

Immer wieder sehen wir den riesen Parkplatz und die Zufahrtsstraße. Dabei fällt uns auf, dass der Mont Saint-Michel infolge der vielen Ablagerungen keine Insel mehr ist. Das will nun Frankreich ändern. Mit dem Bau eines Gezeitenwehrs an der Mündung Tombelaine und einer auf Stelzen befindlichen, neuen Zufahrtsstraße. 2008 soll damit gestartet werden. Dann wird sicher auch der große Parkplatz verschwinden.

Wir lassen Mont Saint-Michel im Rücken und düsen nach Cancale, der Austernhauptstadt. Wir stellen fest, es wird irgendwie immer ländlicher und gar nicht nach Frankreich aussehender. Die Dörfer erwecken den Eindruck, wir befinden uns eher in Osteuropa (sorry).

Den Stellplatz von Cancale finden wir auf Anhieb. Wieder sehr gut ausgeschildert. Mit Meerblick. Die Schranke des Platzes öffnet sich. Sieben oder acht Wohnmobile haben bereits hier geparkt und es ist noch genügend Platz. Als erstes wollen wir ver- und entsorgen. Eine der beiden Stationen ist noch frei. Wasser ablassen, geht. Doch Wasser tanken? Das Land des Plastikgeldes hat auch hier zugeschlagen. “Hier werden nur Karten akzeptiert.”. Toll. Das Card Bleu-Logo (CB) prankt grünblau. Darunter: VISA, Mastercard und Maestro. Das sollte also kein Problem sein, denn insgesamt fünf Karten mit diesen Logo's haben wir. Nur keine will der Automat. Das gibt es doch nicht! Auch die Niederländer vom anderen Automaten verstehen es nicht. Sie “laden” gerade Strom und trotz Hilfsbereitschaft fließt aus ihrem Automaten kein Wasser, nur Strom und wir bleiben leer.

Wir lassen es und spazieren in die Hafenstadt. Ein ausgeschilderter Weg führt vom großen Besucherparkplatz gegenüber dem Stellplatz durch einen kleinen Wald entlang eines Baches ans Meer. Beschaulich liegen viele Fischerboote in der Bucht von Cancale. Romantische Stimmung kommt auf, die Sonne geht langsam unter. Ganz weit entfernt sehen wir Mont Saint-Michel, wo wir heute morgen waren. Wir erkunden einen Bäcker für den nächsten Morgen. Die Restaurants sind alle leer. Auch wir futtern im Wohnmobil. Es ist halt noch keine Ferienzeit.

Am Stellplatz angekommen, steigen Franzosen in ihr Wohnmobil. Ich schnappe sie mir und versuche das Problem am Versorgungsautomaten zu klären... Unsere Karten will der Automat immer noch nicht. Der Franzose führt seine VISA-Karte ein, marche - es funktioniert. Es liegt wohl wieder am eigelassenen Chip. Ähnlich der Geldkartenfunktion der Maestro-Karte in Deutschland haben die Franzosen auf den Kreditkarten ebenfalls einen Chip, mit diesem und der PIN bezahlen sie überall, entgegen unserer Kreditkarten, wo wir mit unserer Unterschrift bezahlen. Freundlicherweise löst er für uns das Versorgungsproblem und wir drücken ihm die fälligen € 2,00 in die Hand. Wir haben wieder Frischwasser.

Kosten:
€ 5,00/24 Stunden (maximal) - wir haben allerdings € 6,00 am Automaten bezahlen müssen, warum? Wir wissen es nicht.
€ 2,00 am Automaten (nur mit Karte) für 10min Wasser oder 50min Strom.

   
 
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7. Tag - Cancale (FRA) - Chateauneuf-sur-Sarthe (FRA) - 190km  

Ein kleiner Spaziergang kann nicht schaden. Also machen wir uns am Morgen zum Bäcker in Cancale auf. Baguette - € 0,75 und Croissant - € 0,65 - preiswert und super lecker!

Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Loire-Tal mit einem Zwischenstopp. Im Internet hatten wir recherchiert, dass die Bretagne, die wir streifen, auch bekannt für seine Steinfelder und Menhire (Hinkelsteine) ist. Unmittelbar hinter Dol de Bretagne (ausgeschildert) erhebt sich der Menhir Champ Dolent.

Menhir ist eine ursprünglich bretonische Bezeichnung für einen hochkant aufgerichteten „mehr oder minder großen Stein“ oder Monolithen. Sie bedeutet „Langer Stein“ (maen = Stein, hir = lang) und fand bereits Ende des 18. Jh. als wissenschaftlicher Begriff Eingang in die archäologische Fachliteratur Frankreichs. Bald wurde die Bezeichnung in Europa übernommen.

Mit 9,50 m Höhe ist der Menhir Champ Dolent einer der größten der Bretagne. Am Fuß dient ein Doleritblock zur Verkeilung. Er hatte wohl auch religöse Bedeutung.

Man sagt, dass er alle hundert Jahre um eine Daumenlänge in den Boden sinkt. Wenn er ganz verschwunden ist, soll die Welt untergehen.

Die Fahrt führt uns nun Richtung Loire. Immer wieder hatten wir überlegt, ob wir eher in die Bretagne und an die Atlantikküste fahren. Uns vielleicht noch Steinfelder ansehen. Aber die zeitliche Planung lässt uns diesmal eher den Weg ins Loire-Tal besser erscheinen.

Die Straßen durch die Dörfer werden immer enger. Und wir sind zufrieden, dass die Franzosen riegeros den LKW-Verkehr auf die Autobahnen verbannen. Nur vereinzelt müssen wir stoppen, um einen LKW passieren zu lassen. In Chateuneuf-sur-Sarthe finden wir den Stellplatz sehr schnell. Einfach der Ausschilderung zum Campingplatz folgen. Direkt an der Brücke über die Sarthe ist dieser relativ neue Stellplatz. Ungefähr zehn Parkbuchten (mit Sträuchern begrenzt) hat dieser Stellplatz direkt an der Sarthe. Das Sanitärhaus ist sauber. Die Mülltonnen voll. Naja. Bezahlt wird bei der Campingplatz-Rezeption 150 m weiter, das erfahren wir beim Spaziergang in der Touristeninformation. Wir suchen uns am Abend noch den Bäcker und spazieren an der Sarthe. Das Städtchen ist beschaulich und nicht gerade von Touristen überlaufen.

Kosten:
€ 5,25/24 Stunden inkl. VE/Strom (allerdings nur im Sanitärhaus),
€ 0,20/Person.

Menhir de Champ Dolent

 

 

 

 

 

 

Chateauneuf-sur-Sarthe

 
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  8. Tag - Chateauneuf-sur-Sarthe (FRA) - Onzain (FRA) - 175km

Amboise

Die Loire kommt näher. Wir fahren so, dass wir relativ früh am Flusslauf sind, da wir denken, die Straße wird ähnlich derer in Deutschland an Flussläufen sein... Und unsere Erwartung erfüllt sich. Vorbei an richtig alten Städten geht es Richtung Onzain (ohne das wir zu diesem Zeitpunkt wissen, dass es unser Ziel ist). Den Ort hatten wir nicht in der Planung. Im Loire-Tal sind nicht so viele Stellplätze. Die angegebenen Campingplätze haben uns auch nicht so überzeugt. Wir fahren also “ohne richtiges Ziel” ins Tal.

Enttäuscht sind wir allerdings schon... Ein Tal, so wie wir es kennen, ist es nicht. Keine steilen Hänge... Keine Weinberge. Wir passieren Amboise und erleben erstmalig diesen Eindruck einer mittelalterlichen Stadt. Wir wechseln das Ufer. Es fährt sich toll. Und es sieht beeindruckt aus, wie sich die Loire schlängelt. Die ersten Kanuten paddeln entlang. Wir sehen kein einziges Schiff.

Und wir sehen endlich Wein. Auf Feldern, wie bei uns Getreide oder Kirschen, ist hier der Wein angebaut.

Wir queren die Loire in Chaumont-sur-Loire und versuchen zum Campingplatz Le Parc du Val de Loire in Mesland zu gelangen, dabei fahren wir durch Onzain und sehen bereits den Hinweis auf den camping municipale (Gemeindecampingplatz). In Mesland angekommen, drehen wir sofort, nein, hier in der Einöde, das ist nichts für uns. Wir fahren zurück nach Onzain und schauen uns den Campingplatz an. Und ohne weiter zu überlegen, den nehmen wir. Zwei Nächte am Ufer der Loire, super. Dazu ein leerer, sehr sauber und gepflegter Campingplatz.

Nach dem Kartoffelpufferessen wagen wir ein paar Schritte an der Loire und nach Chaumont-sur-Loire. Wir sind überrascht, als wir das Schloss sehen, bei der Brückenüberquerung. Am Ufer der Loire stehen mal wieder Wohnmobilisten im Parkverbot für Wohnmobile, schlechtes Vorbild.

   
 
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9. Tag - Onzain (FRA)  

Wir erklimmen gegenüber von Onzain den Berg mit dem Chateau Chaumont.

Eudes I. von Blois errichtet auf dem die Loire beherrschenden Kalkfelsen die erste Burg. Diese sollte, an der Grenze zwischen Tourraine und Blésois gelegen, die Grafschaft Blois vor Foulques Nerra, dem Herzog von Anjou schützen. Von diesem ursprünglichen Bauwerk ist nur wenig erhalten geblieben, es wurde wiederholt zerstört und wieder aufgebaut, blieb aber bis an das Ende des11. Jh. in der Hand der Grafen von Blois.

Pierre von Amboise, der Herr von Chaumont ist einer der Verschwörer gegen König Louis XI. 1465. Der König wirft jedoch die Rebellion nieder, die “Liga des öffentlichen Gutes” unterliegt in der Schlacht von Ontlhery. Anschließend beschlagnahmt Louis das Chateau Chaumont und lässt die alte Burg schleifen. Pierre von Amboise gelangt jedoch schnell zurück in die Gunst des Königs und erhält die Erlaubnis, die Burg wieder aufzubauen, womit er sofort beginnt. Dessen Erbe Charles I. beginnt den Bau der heutigen Anlage, sein Enkel Charles II. und dessen Onkel George führen die Arbeiten weiter.

1510 - Der Neubau der neuen Burg ist vollendet. Der Südflügel ist schon stärker von der Renaissance beeinflusst und erhält größere Fenster. Am Ende des 15. Jahrhunderts ist die Familie von Amboise eine der mächtigsten Familien Frankreichs mit vielen Amtsträgern in politischen und kirchlichen Ämtern.

Nach häufigen Besitzerwechsel und Bauveränderungen verkaufte 1938 die letzte Besitzerin, Prinzession Brogolie, das Chateau an den Staat.

Besonders sehenswert ist der Park mit sehr alten und exotischen Bäumen.

Chateau Chaumont

die Loire

   
  10. Tag - Onzain (FRA) - Bracieux (FRA) - 50km

Chateau de Blois

Blois

Bracieux

Chateau Chambord

In den “blauen Dunst”, was unser Tagesziel betrifft, fahren wir weiter der Loire entlang. Wir halten in Blois. Direkt an der Loire in der ave. de Verdun ist ein großer Parkplatz, wo auch Wohnmobile parken können.

Wir erkunden die Stadt. Das berühmte Schloss Blois, ein Château aus der Renaissance, das einst von König Ludwig XII. bewohnt wurde, befindet sich in der Stadtmitte. Weitere Sehenswürdigkeit ist die aus dem 18. Jahrhundert stammende Steinbrücke, die sich über die Loire spannt. Viele Treppen durchziehen die Stadt, da sie selbst auf mehreren Hügeln errichtet wurde. Im Westen der Stadt befindet sich der Forêt de Blois. Er erinnert noch heute an die großen Wälder, die sich einst in der Region erstreckten.

Das Chateau de Blois ist eins der bekanntesten Schlösser im Loire-Tal. Das blésoiser Schloss besteht im Wesentlichen aus drei verschiedenen Trakten verschiedener Architekturepochen. Der im Stil der französischen Hochgotik (Flammengotik) errichtete älteste Teil (nach dem Bauherrn Aile Louis XII, also Flügel Ludwig XII. genannt) zeichnet sich vor Allem durch den Königssaal aus, dessen Decke von zwei parallel verlaufenden beeindruckenden Tonnengewölben gebildet wird.

Der Renaissanceflügel (nach Franz I. Aile Francois Ier. genannt) zeigt auf der Hofseite einen großen offenen Wendelstein, eines der letzten bedeutenden Exemplare des escalier hors bâtiment, also des außerhalb des eigentlichen Gebäudekorpus befindlichen Treppenhauses. Auch die Verwendung der ebenfalls aus dem Mittelalter überkommenen Form der Wendeltreppe stellt in Zeiten der Frührenaissance eine Besonderheit dar.

Wir trinken noch einen Milchkaffee, für € 4,00/Tasse. Hossa.

Da wir das Schloss der Schlösser, das Chateau Chambord ansehen möchten, versuchen wir einen Campingplatz in der Nähe zu finden. Vielleicht können wir mit dem Fahrrad dorthin fahren. Wir fahren am Chateau Cheverny vorbei zum Camping les Saules Cheverny, aber dieser Platz ist uns einfach viel zu weit ab “vom Schuss”. Irgendwann fahren wir auch durch Braciuex und sehen einen Campingplatz direkt in der Stadt. Den nehmen wir. Knapp eine Stunde sind wir noch zu Fuß unterwegs, bis die Rezeption im 15.00 Uhr wieder öffnet. Wir haben uns vorher den Platz angesehen und schon mal einen Stellplatz gesucht. Nach dem Einchecken sind wir etwas irritiert und geschockt vom Preis. Noch am selben Abend entschließen wir uns für die Weiterfahrt am nächsten Tag.

Kosten:
€ 13,80/24 Stunden inkl. VE/WC/Duschen,
€ 2,40/Person,
€ 2,40/Strom für 24 Std.

 
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11. Tag - Bracieux (FRA) - Checy (FRA) - 123km  

Bracieux hat was gutes... den Bäcker. Wenigstens etwas. Die Dame an der Rezeption macht keine Probleme, als wir statt nach zwei nun schon nach einem Tag abreisen und unser Geld zurück wollen.

Mit Ziel Orleans, aber nicht ohne nach Chambord zu fahren, geht es los.

Schloss Chambord ist das größte Schloss der Loireregion, 15 km von Blois gelegen. Es wurde unter Francois I. als Prunk- und Jagdschloss errichtet und gilt als das prächtigste aller Loireschlösser.

Schon die Einfahrt in den riesigen Park zeugt von der gigantischen Schlossanlage. 32 km Mauer umgibt den Park. Ein großer Parkplatz. Wir parken und gehen zum Schloss, mit wirklich vielen anderen Touristen.

Schloss Chambord ist das mächtigste Bauzeugnis aus der Epoche Leonardo da Vincis, Stein gewordene Vision des französischen Königs Francois I. im 16. Jahrhundert. 1519 begann man auf sein Geheiß mit dem Bau, der 1539, als der König dort Kaiser Karl V. empfing, immer noch nicht abgeschlossen war. Schloss und Park sind umringt von einer Mauer, acht Wegstunden lang nach damaliger Messung – das entspricht 32 Kilometern. In dem zugehörigen Wald inszenierte der ungestüme Francois I. seine Parforcejagden, bei denen Wildschweine und Hirsche zu Tode gehetzt wurden. Das Jagdgebiet, mit 5.433 Hektar fast so groß wie die Fläche von Paris, bildet den Rahmen für das prächtige Schloss, in dem während einer solchen Jagd bis zu 10.000 Personen beherbergt wurden, die wenigsten freilich in eigenen Zimmern oder gar in Betten, der überwiegende Teil musste auf den riesigen Korridoren in Feldbetten schlafen.

Der Neubau des Renaissanceschlosses war das Ergebnis königlichen Größenwahns; prächtig, aber im Prinzip unbewohnbar. Zahlen, die auch heute noch Respekt abverlangen: 1.800 Arbeiter trieben Holzpfähle als Fundamente fünf Meter tief in den sumpfigen Boden. Maurer schichteten über 15 Jahre lang Stein auf Stein. Das Schloss zählt sechs hohe Türme, 440 Räume, 365 Feuerstellen und 84 Treppen. Insgesamt dauerte die Bauzeit 25 Jahre – mit Umbauten und Nachbesserung aber noch länger.

Heute ist das Schloss direkt dem Elysees-Palast unterstellt, also dem französischen König, ähm, Präsidenten.

Orleans kommt immer näher. Wir denken an Jeanne d'Arc, die in Blois, wo wir erst waren, die Armee übernommen hat, um Orleans von den Engländern zu befreien.

Wir merken, die Großstadt kommt näher. Vororte, Gewerbegebiete, viele Wohngebiete. Aber wir finden keinen Stell- und Campingplatz. Wir düsen südlich von Orleans durch verschiedene Orte. Verfahren uns. Wir finden nichts. Anhalten. Nun durchforsten wir sämtliche Broschüren und Kataloge die wir so mithaben und entdecken eine Campingplatz in der Nähe von Orleans, in Checy. Routenplaner programmiert und es geht nun sicher und geordnet dorthin. Zwischendurch irritieren uns Stellplätze, wo gestrandete in ihren Wohnmobilen und -anhängern wohnen...

Langsam bahnen wir uns unseren Weg an das Ufer der Loire in Checy und erreichen einen absoluten Campingplatz-Tipp! Camping municipal in Checy. Toll. Hier können wir es aushalten. Zwei Nächte - klar, die bleiben wir.

Loire-Kanal in Checy

 
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  12. Tag - Checy (FRA)

Loire-Kanal

Orleans

Jeanne d'Arc

Mit dem Fahrrad geht es Richtung Kirche und sofort finde ich einen Bäcker, mit sensationellen Baguette und Croissant. Das Frühstück ist perfekt für einen perfekten sonnigen Tag.

An der Rezeption lasse ich mir den Weg an der Loire nach Orleans erklären. Habe aber immer noch kein Vertrauen, dass über den Loire-Kanal in Checy Brücken gehen, denn die sind nirgends eingezeichnet. Wir fahren los und ahnen nicht, dass uns eine super 10 km Radstrecke erwartet. Beschaulich liegen die alten Häuser in Checy am Loire-Kanal, der 195 km lang ist. Wir überfahren zwei Schleusen und sind nun an einem einzigartigen Ufer. Die Loire und direkt daneben, mit einer Mauer getrennt (die begehbar ist) etwas höher fließend, der Loire-Kanal. Bis Orleans bietet sich dieses Bild. Wobei der Kanal natur pur mit Wasserpflanzen bewachsen ist.

Wir schließen die Fahrräder in der Stadt an und gehen auf Entdeckungstour.

Die eigentliche Gründung Orléans erfolgte während der Regierungszeit des römischen Kaisers Aurelian; der Name Orléans stellt eine lautliche Weiterentwicklung seines Namens dar.

In merowingischer Zeit wurde Orléans in den Jahren 511 bis 613 kurzfristig zum eigenständigen Königreich, konnte aber wie Paris nicht als solches dauerhaft bestehen. Später war es eine Verwaltungseinheit im Rahmen einer Grafschaft. Zum Ende des Mittelalters, konnten die Herren von Orléans zumindest wieder den Titel „Herzog“ erlangen. 1428 und 1429 war die Stadt im Hundertjährigen Krieg letzte Bastion der Franzosen gegen die Engländer. Am 8. Mai wurde sie unter Führung von Jeanne d'Arc, die in diesem Zusammenhang den Beinamen „Jungfrau von Orléans“ erhielt, von der Belagerung befreit. In der Neuzeit war Orléans der Name einer Seitenlinie der Bourbonen, die mit Louis-Philippe von 1830 bis 1848 auf den französischen Thron kam.

Wir besuchen die Kathedrale Ste-Croix, die mächtig über der Stadt thront. Vorbei am Sitz des Bürgermeisters, mit einer Statue von Jeanne d'Arc. Die Fußgängerzone ist schön und führt auf den zentralen Platz mit der riesigen Reiterstandskulptur von Jeanne d'Arc. Nachdem wir an der Loire die alte Brücke angesehen haben, geht es wieder mit dem Fahrrad zurück.

Kosten:
€ 1,65/24 Stunden,
€ 2,70/Person,
€ 3,40/Strom für 24 Stunden,
€ 0,50/Hund;
inkl. Wasser und pro Tag vier Duschmarken.

   
 
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13. Tag - Checy (FRA) - Chatillion sous les Cotes (FRA) - 431km  

Heimat, wir kommen näher. Langsam geht der Urlaub zu Ende und wir wissen nur, auf der Fahrt Richtung Deutschland wollen wir in der Umgebung Verdun/Metz irgendwo übernachten.

Wir setzen uns das Ziel auf dem Stellplatz in Stenay.

Unsere Fahrt geht südlich von Paris an Fontainebleau entlang. Weiter Richtung Osten. Vorher überfahren wir den alten Pariser Nullmeridian und erinnern uns an den Besuch der Saint Sulpice im Herzen von Paris im letzten Jahr.

Immer mehr Kriegsgräberfelder kommen. Hier tobte der 1. Weltkrieg. Und je näher wir Verdun kommen, um so größer werden die Friedhöfe.

Wir erreichen Stenay und es ist wieder ein kleiner Reinfall. Der Platz sieht ganz gut aus, aber es sind auch schon wieder viele Wohnmobile dort. Also Lage checken. Entscheidung: ab nach Verdun, vielleicht finden wir nen camping municipale oder letzter Ausweg Aire Naturelle (aus dem Bordatlas). Es wird der letzte Ausweg. Aber auch nicht so schlecht. Wir düsen durch Verdun, durch enge Straßen und Gassen und finden nichts. Daher: Aire Naturelle “Les Etangs de Mandre” in Chatillon sous les Cotes - wir kommen.

Hier wird noch pauschal abkassiert. Hier ist Natur noch Natur und Toilette noch Toilette. Direkt gegenüber dem Kuhstall mit einigen Fliegen als Folge ein See mit Landzunge und drumherum Wohnmobile, Zelte, Wohnwagen. Die Sanitäreinrichtungen sehen nicht so doll aus, aber wir haben ja alles im Wagen. Und die eine Nacht überstehen wir.

Wir planen bereits den nächsten Tag. Trier und die Eifel, nein. Wollen wir in der Nähe von Fulda halten, nein. Warum halten wir nicht einfach in Oberhof - okay.

Kosten:
€ 7,00 inkl. allem (außer Entsorgung, das geht hier nicht).

der Stellplatz in Chatillion sous les Cotes

 
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  14. Tag - Chatillion sous les Cotes (FRA) - Oberhof (GER) - 568km

Oberhof

am Rennsteig

Es geht wie am Schnürrchen die Fahrt Richtung Deutschland. Wir fahren durch Belgien und Luxemburg, nicht ohne für zwanzig Cent weniger zu tanken...

Ab deutscher Grenze ist es wieder anstrengend zu fahren. Erheblich höheres Verkehrsaufkommen. Wir passieren Wiesbaden, Mainz, Frankfurt am Main. Vorher durch den Hunsrück. Was ist das für eine tolle Gegend.

Eisenach - die Wartburg ist toll zu sehen.

Gegen 18.00 Uhr kommen wir in Oberhof an. Als Wohnmobilfahrer schaust du natürlich anders auf die Verkehrsschilder und Überraschung, auch in Deutschland gibt es Hinweisschilder für Wohnmobilstellplätze. In der Zellaer Straße halten wir. Ein riesen Platz - Asphalt. An der Einfahrt eine Waschhalle und ein Häuschen, niemand da. Wir parken und irgendwie typisch deutsch, glotzen die ersten aus den anderen Wohnmobilen. Unser Chemie-WC ist voll. Ich geh' zur Entsorgungsstation. Ein Ehepaar, was nicht so glotzte fragte ich nach der Entsorgung: schau'n sie, vorn an der Einfahrt ist ein Gully, dort hinein. Ich geh, zwei Gully's da, “wie, soll ich den Deckel heben und einfach so hinein?”. Auf dem Rückweg mit dem vollen Klo, spricht mich der Hinweisgeber von vorhin an: und, ging nicht? Ich: mh, muss ich etwa den Gullydeckel heben? Er: ich komm' mal mit. Und wirklich: ein Hebehaken steht bissl abgetarnt an einem kleinen Zaunpfahl und mit Geschick und Kraft musst du diesen schweren Gullydeckel anheben und rüber ziehen... Und die Entsorgung kann beginnen.

Am Abend erkunden wir noch Oberhof.

 
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15. Tag - Oberhof (GER)  

“Wie ist denn ihr Kennzeichen?” das war die Frage des Platzwartes nach meiner Begrüßung... deutsch ordentlich hat er früh bei seiner Ankunft erst einmal alle Kennzeichen aufgeschrieben, damit niemand durch die Lappen geht.

Wir müssen entsorgen. Dafür ist es notwendig das Wohnmobil genau über den eben beschriebenen Gully auf einer abfallenden Anfahrt zu parken. Wichtig: niemand darf jetzt aussteigen, denn unser Ablauf befindet sich genau und der Tür des Wohnmobiles, sonst, schwupp, wer jemand weg.

Und wichtig und typisch: bei Stromnutzung durch Kaffeemaschine, Fön und sonstiges erfolgt Platzverweis.

Wir schnappen uns nach einigen Regengüssen unsere Fahrräder und düseln den Rennsteig lang. Zwischendrin gibt es noch ab und an mal etwas Regen, aber im Wald gibt es ja einige Unterstellmöglichkeiten. Den Grenzadler ohne Schnee zu sehen, komisch. Das Biathlonstadion. Toll.

Nach einer Thüringer Rostbratwurst geht es zum Stellplatz.

Kosten:
€ 10,00/24 Stunden inkl. VE und Strom.

 
   
  16. Tag - Oberhof - Heimatort - 392km
 

Die 392 km sind nur noch ein Klacks, bis nach Hause. Wir haben dann fast 3.700 km hinter uns.

Die Fahrt geht gut, wenig los auf deutschen Straßen, es ist Sonntag. Vor allem keine LKW, das ist sehr wichtig, für eine stressfreie Fahrt.

Fazit: toller Urlaub, im nächsten Jahr wieder.

     
 
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